Beobachtungsgleichung
GNSS Beobachtungsgrössen
- Code Pseudorange (m) zwischen Satellit und Empfänger
- Doppler (Hz) Verschiebung des ankommenden Signals
- Trägerphase (Cycles) des ankommenden Signals
- Signal-Rausch-Verhältnis (dB-Hz) des ankommenden Signals
Diese vier Beobachtungsgrössen werden für jedes empfangene Signal vom Empfänger bestimmt. Alle Beobachtungsgrössen werden auf ein Referenzzeitsystem bezogen. Werden mehrere Signale (unterschiedliche Satelliten) gleichzeitig beobachtet, beziehen sich diese alle auf exakt dieselbe Epoche. Das Messprinzip wird durch die Beobachtungsgleichung beschrieben.
Prinzip der GNSS Code-Messung
Im Empfänger wird ein Vergleichsignal erzeugt das mit dem empfangenen Signal korreliert wird. Daraus wird die Zeitdifferenz gemessen werden


Code-Beobachtungsgleichung
Da der Aussendezeitpunkt des Signals in Satellitenzeit und der Zeitpunkt der Ankunft des Signals in Empfängerzeit gemessen wird, müssen wir etwaige Synchronisationsfehler zwischen den Uhren noch korrigiert werden. Dazu wird der Empfänger- (
dabei ist die geometrische Distanz
Aus den Messungen zu vier Satelliten lassen sich die vier Unbekannten (
Alle anderen Parameter werden aus der Navigations Message berechnet. Werden noch mehr als 4 Satelliten beobachtet, kann zusätzlich der Positionsfehler bestimmt werden (Ausgleichungsrechnung)
Die Chip-Länge beträgt beim Code ungefähr 293 m (1.023 MHz) und dadurch kann mit der Code-Messungen im Optimalfall eine Positionsgenauigkeit von 1 m erreicht werden.
Prinzip der GNSS Trägerphasenmessung
Anstatt den Code vergleichen wir jetzt die Phase des Signals mit der Referenz vom Empfänger
Der Empfänger weiss jedoch nicht wie viel Phasenlagen vergangen sind, bevor das Signal den Empfänger erreicht. Dies ist die Phasenmehrdeutigkeit
Eingesetzt in die Gleichung der Phasenmessung:
Der Term
Weiter kann der Term
Im Vergleich zur Code-Beobachtungsgleichung ist nun hier eine weitere Unbekannte
Die Chiplänge von der Phase beträgt ungefähr 0.190 m.
Verbesserung des Beobachtungsmodells
Um wirklich hochgenaue Resultate zu erzielen, müssen weitere Terme mit einbezogen werden:
- Tägliche Aberration (Lichtlaufzeit)
- Signalverzögerung in der Troposphäre
- Signalverzögerung in der Ionosphäre
- Relativistische Effekte
- Einfluss von Multipath Effekte
Mit all diesen weiteren Termen (und dem Messrauschen
Diese Berechnung vernachlässigt die Eigenbewegung des Satelliten, korrekt wäre es anstatt die geometrische Distanz zwischen Empfänger und Satellit zum Empfangszeitpunkt zu berechnen, die Lichtlaufzeit zwischen Signalaussendung und Signalempfang zu beachten.
Unterschiede zwischen Phasen- (
- Messrauschen: 1-2 mm für Phase, 1-2 m für Code
- Ionosphäre: Die ionosphärische Refraktion hat bei Phasen- und Code-Messungen ein umgekehrtes Vorzeichen
- Mehrdeutigkeit: Die Code-Messungen enthalten keine Mehrdeutigkeit
- Multipath: Bei Phasenmessungen bis ca. 5 cm (
), bei Code-Messungen bis ca. 100m