Beobachtungsgleichung

GNSS Beobachtungsgrössen

Diese vier Beobachtungsgrössen werden für jedes empfangene Signal vom Empfänger bestimmt. Alle Beobachtungsgrössen werden auf ein Referenzzeitsystem bezogen. Werden mehrere Signale (unterschiedliche Satelliten) gleichzeitig beobachtet, beziehen sich diese alle auf exakt dieselbe Epoche. Das Messprinzip wird durch die Beobachtungsgleichung beschrieben.

Prinzip der GNSS Code-Messung

Im Empfänger wird ein Vergleichsignal erzeugt das mit dem empfangenen Signal korreliert wird. Daraus wird die Zeitdifferenz gemessen werden ΔT=TrTs. Multipliziert mit der Lichtgeschwindigkeit wird daraus die Pseudorange (Code-Messung)

Beobachtungsgleichung-1.png

Beobachtungsgleichung-2.png

Code-Beobachtungsgleichung

Da der Aussendezeitpunkt des Signals in Satellitenzeit und der Zeitpunkt der Ankunft des Signals in Empfängerzeit gemessen wird, müssen wir etwaige Synchronisationsfehler zwischen den Uhren noch korrigiert werden. Dazu wird der Empfänger- (δtr) und Satellitenuhrfehler (δts) eingeführt.

Prs=c(TrTs)=c(tr+δtrtsδts)=c(trts)+cδtrcδts=ρrs+cδtrcδts

dabei ist die geometrische Distanz ρrs ist folgt definiert:

ρrs=(xsxr)2+(ysyr)2+(zszr)2

Aus den Messungen zu vier Satelliten lassen sich die vier Unbekannten (xr,yr,zr,δtr) eindeutig bestimmen.

Prs1=(xs1xr)2+(ys1yr)2+(zs1zr)2+cδtrcδts1Prs2=(xs2xr)2+(ys2yr)2+(zs2zr)2+cδtrcδts2Prs3=(xs3xr)2+(ys3yr)2+(zs3zr)2+cδtrcδts3Prs4=(xs4xr)2+(ys4yr)2+(zs4zr)2+cδtrcδts4

Alle anderen Parameter werden aus der Navigations Message berechnet. Werden noch mehr als 4 Satelliten beobachtet, kann zusätzlich der Positionsfehler bestimmt werden (Ausgleichungsrechnung)

Die Chip-Länge beträgt beim Code ungefähr 293 m (1.023 MHz) und dadurch kann mit der Code-Messungen im Optimalfall eine Positionsgenauigkeit von 1 m erreicht werden.

Prinzip der GNSS Trägerphasenmessung

Anstatt den Code vergleichen wir jetzt die Phase des Signals mit der Referenz vom Empfänger A: ϕAj=Φ0,AΦGPS,Aj
Der Empfänger weiss jedoch nicht wie viel Phasenlagen vergangen sind, bevor das Signal den Empfänger erreicht. Dies ist die Phasenmehrdeutigkeit NAj: ΦGPS,Aj=ΦAGPS,jNAj

Eingesetzt in die Gleichung der Phasenmessung:

ϕAj=Φ0,AΦGPS,Aj=(fTA+αA)(fTj+αjNAj)=f(TATj)+(NAjαj+αA)LAj=λϕAj=c(TATj)+λ(NAjαj+αA)=c(TATj)+bAj

Der Term bAj wird "phasen bias" oder Mehrdeutigkeitsterm genannt und ist aufgrund der Instrumentenfehler αA und αj nicht ganzzahlig.

Weiter kann der Term c(TATj) durch die geometrische Distanz ρAj ersetzt:

LAj=ρAj+cδtAcδtj+bAj

Im Vergleich zur Code-Beobachtungsgleichung ist nun hier eine weitere Unbekannte bAj die abgeschätzt werden muss. Sollte eine Signalunterbrechung stattfinden, muss ein neuer Wert für den "phasen bias" geschätzt werden.

Die Chiplänge von der Phase beträgt ungefähr 0.190 m.

Verbesserung des Beobachtungsmodells

Um wirklich hochgenaue Resultate zu erzielen, müssen weitere Terme mit einbezogen werden:

Mit all diesen weiteren Termen (und dem Messrauschen ϵAj) sehen die Beobachtungsgleichungen wie folgt aus:

LAj=|rA(tA)rj(tAτAj)|+δρA,trpj+δρA,ionj+δρA,relj+δρA,mulj+cδtAcδtj+λ(NAjαj+αA)+ϵAjPAj=|rA(tA)rj(tAτAj)|+δρA,trpjδρA,ionj+δρA,relj+δρA,mul,Cj+cδtAcδtjcβj+cβA+ϵA,Cj

Diese Berechnung vernachlässigt die Eigenbewegung des Satelliten, korrekt wäre es anstatt die geometrische Distanz zwischen Empfänger und Satellit zum Empfangszeitpunkt zu berechnen, die Lichtlaufzeit zwischen Signalaussendung und Signalempfang zu beachten.

Unterschiede zwischen Phasen- (LAj) und Codemessung (PAj):