Sternentstehung

Sterne entstehen in dichten, kalten (<30 K) Molekühlwolken in der Milchstrassenscheibe. Diese Molekühlwolken sind oft massereich (>100 Sonnenmassen) und gravitativ gebunden. Es ist nicht klar, unter welchen Bedingungen Teile von Ihnen beginnen zu kollabieren.

Gaswolken

Ein sphärische, protostellare Wolke ist im Gleichgewicht zwischen Gravitationsdruck PGr und Gasdruck Pgas

PG(r)=GM(r)ρ(r)r=Pgas(r)=n(r)kT(r)

Wird der Gasdruck kleiner als der Gravitationsdruck, dann kollabiert die Wolke. Effektiv ist das Ganze komplizierter, weil folgende Prozesse einen wichtigen Einfluss haben:

Virialtheorem: Stabilität einer Gaswolke

2Ekin+Epot=0

Das Virialtheorem gilt für den zeitlich gemittelten (relaxierten) Zustand eines Systems in einem Gravitationsgleichgewicht, z. B.: selbstgravitierende Gaswolke, Sterne, Planetensysteme, Sternen oder Galaxien Haufen.

Jeans-Masse

Für gegebene T und ρ des Gases definiert das Virialtheorem eine stabile Wolkenmasse (homogene Gaskugel), die sogenannte Jeans-Masse:

Ekin=32nkTundEpot=35GM2RMJeansT3/2ρ1/2

Sternentstehung-1.png

Kontraktion einer Gaswolke

Die Energieerhaltung gilt hier:

Ekin+Epot=const.

dies steht allerdings im Widerspruch zum Virialtheorem. Das bedeutet, wenn sich der Zustand ändert, der neue Zustand kein Gleichgewichtszustand mehr ist. Die totale Energie des Systems muss verkleinert werden -> Energieabstrahlung.

Es gibt zwei Kontraktionsphasen:

Kollaps

Quasi freier Fall zum Zentrum.
Die Wolke muss optisch dünn sein, damit das ganze Gasvolumen Energie abstrahlen kann.

Langsame (quasi-hydrostatische) Kontraktion

Die Wolke ist optisch dick und die Überschussenergie kann nur von der Oberfläche abgestrahlt werden -> Protostern.
Die Dauer der quasi-statischen Kontraktionsphase entspricht in erster Näherung der Kelvin-Helmholz-Zeit: tKH=EpotLGM2RL für eine Sonnenmasse ca. 30 Mio. Jahre.

Anfängliche Massefunktion (Initial Mass Function - IMF)

Die IMF beschreibt wie die Massen in einer neu entstandenen Sternpopulation verteilt sind.

Sternentstehung-2.png

Sternentstehung Entwicklung im HR-Diagramm

Sternentstehung-3.png

Entwicklungsweg eines Protosterns mit der Masse einer Sonne:

Nach der Sternentstehung

Nachdem der Stern entstanden ist, beginnt die Planetenentstehung und der Stern geht bewegt sich zum Beispiel auf die Hauptreihe. Nach einiger Zeit geht er dann Über in die Nachhauptreihenentwicklung.