P- und S-Wellen

P- und S-Wellen sind die zwei Haupttypen von seismischen Raumwellen (body waves), die das Erdinnere durchqueren. Sie sind entscheidend für unser Verständnis des Aufbaus der Erde (z.B. Nachweis des flüssigen äußeren Kerns).

1. P-Wellen (Primärwellen)

2. S-Wellen (Sekundärwellen)

3. Geochemische & Geophysikalische Bedeutung

Untersuchung des Erdkerns

Vp/Vs-Verhältnis

Das Verhältnis vpvs ist ein wichtiger Indikator für die Gesteinszusammensetzung und den Grad der Sättigung mit Fluiden. Für die meisten silikatischen Gesteine liegt das Verhältnis bei etwa 31.73.

4. Reflexion und Refraktion (Snellius-Gesetz)

Wenn seismische Wellen auf eine Grenzfläche treffen (z.B. die Moho oder die Kern-Mantel-Grenze), werden sie nach dem Snellius-Gesetz gebrochen oder reflektiert. Das Verhältnis der Geschwindigkeiten bestimmt den Winkel:

sin(θ1)sin(θ2)=v1v2

5. Die Schattenzonen (Shadow Zones)

Die Entdeckung des flüssigen äußeren Kerns basierte maßgeblich auf der Beobachtung, wo Wellen auf der Erdoberfläche nicht ankommen.

S-Wellen-Schattenzone

P-Wellen-Schattenzone

6. Nomenklatur der Kernphasen

In der Geophysik werden Buchstaben verwendet, um den Weg der Welle zu beschreiben:

Beispiel: Eine PKiKP-Welle ist eine P-Welle, die durch den Mantel und den äußeren Kern wandert, am inneren Kern reflektiert wird und denselben Weg zurück nimmt.

Zusammenfassung im Vergleich

Eigenschaft P-Welle (Primary) S-Welle (Secondary)
Wellentyp Longitudinal Transversal
Medium Fest, Flüssig, Gasförmig Nur Fest
Geschwindigkeit Hoch (vp) Niedriger (vs0.6vp)
Moduln Abhängig von K und μ Nur abhängig von μ