Antennenkorrekturen

Die GNSS-Messungen beziehen sich in geometrischer Hinsicht auf die Lage des elektrischen Phasenzentrums der Antenne. Gesucht ist jedoch meist die Position eines Punktes auf dem Boden oder die Basislinien zwischen zwei Markern. Daher muss von der Antenne zum Boden gerechnet werden.

Antennenkorrekturen-1.png
Source NOAA

Die Antennenhöhe setzt sich aus zwei verschiedenen Anteilen zusammen:

Phasenzentrumskorrekturen (Phase Center Correction PCC)

Das Phasenzentrum einer GNSS-Antenne ist bei jedem Antennentyp unterschiedlich und kann auch ausserhalb der Antenne liegen. Zudem ist das Phasenzentrum nicht fest mit der physikalischen Antenne verbunden, sondern kann seine Lage verändern je nach dem aus welchem Winkel das GNSS-Signal einfällt. Deswegen wird die Phasenzentrumskorrektur (PCC = Δrant) aufgeteilt in einen mittleren Anteil (PCO=r0) und einem richtungsabhängigen Anteil (PCV = Δϕ(z,α))

Δrant=r0+Δϕ(z,α)ez,α

Antennenkorrekturen-2.png
IGS hat Standarts entwickelt um diese Korrekturen auzuzeichnen:

Antennen-Kalibrierung

Antennenkorrekturen-3.png

Einfluss der Phasenzetrumsvariationen auf die Stationskoordinaten

Phasenzentren der GNSS-Satelliten

Bei Satelliten gibt es oft einen Offset zwischen ARP und Massenschwerpunkt. Die Satellitenantennenoffsets sind typspezifisch, daher gleich für gleiche Satellitentypen. Die IGS Produkte beziehen sich auf den Masseschwerpunkt, daher müssen PCCs angebracht werden. Bei differentiellen Messungen über kurze Basislinien sind diese Offsets nicht relevant.