Kosmologie

Kosmologie ist die Lehre vom Aufbau und Entwicklung des Universums

Historische Grundannahmen und heutige Bewertungen

Olbers'sches Paradoxon (Heinrich Olbers, Bremen, 1823)

Wenn ein unendliches Universum gleichmässig mit Sternen ausgefüllt wäre, sollte dann nicht unser Blick, egal in welche Richtung wir schauen, irgendwo stets auf einen Stern treffen?
D.h. die Nacht wäre so hell wie der Tag!

  1. Das Weltall ist ein unendlich grosser euklidischer Raum
    1. unendlich gross -> kein Wissen
    2. Euklidischer Raum -> Raum-Zeit (ART)
  2. Weltall ist ganz mit gleichmässig verteilter Materie erfüllt
    1. Homogen gefüllt -> gilt noch
  3. Die Materie hat eine endliche, in genügend grossen Bereichen, räumlich konstante mittlere Dichte
    1. Konstante mittlere Dichte -> gilt noch
  4. Das Alter des Weltalls is unendlich
    1. Unendliches Alter -> ersetzt durch Urknall
  5. Das Weltall befindet sich in einem stationären Zustand - keine grossräumigen systematischen Bewegungen
    1. Stationärer Zustand -> kosmologische Expansion
  6. Im Kosmos gelten die Gesetze der (klassischen) Physik
    1. Gesetze der Physik -> gilt noch

Heutige Grundannahmen der Kosmologie

Universum ist homogen uns isotrop

Die bisherigen Beobachtungen sind mit einem homogenen und isotropen Universum kompatibel. Die Anzahl Galaxien pro Volumeneinheit und deren Geschwindigkeitsverteilung scheint unabhängig von der Beobachtungsrichtung und der Distanz zu sein. Auch in der Verteilung der Fluchtgeschwindigkeit, mit der sich die Galaxien von uns entfernen, wurden keine bevorzugten Raumwinkel oder Distanzen beobachtet.

Die Hintergrundstrahlung, einem Schwarzen Körper von 2.7 K entsprechend, gibt ebenfalls keine Hinweise auf grossräumige Anisotropie.

Kosmologie-1.png

Urknall

There was no up, there was no down, there was no side to side (Elle Cordova, 2023)

Before the Big Bang

There was no up
There was no down
There was no side to side

There was no light
There was no dark
Nor shape of any kind

There were no stars
Or planet Mars
Or protons to collide
There was no up
There was no down
There was no side to side

And furthermore, to underscore
This total lacking state
There was no here
There was no there
Because there was no space

And in this endless void
Which can't be thought of as a place
There was no time
And so no passing minutes, hours, days

Of all the paradoxes
That belabor common sense
I think this one's the greatest
This time before events

Because how did we get from nothing
To infinitely dense
From immeasurably small
To inconceivably immense

But before we get unmoored
From the question at the start
Let's take a breath and marvel
At when math becomes an art

Because we don't have to understand it
To know there was a time
When there was no up
There was no down
There was no side to side

Extrapoliert man die Expansion rückwärts, gibt es einen Zeitpunkt, an dem alle Galaxien an einem Punkt konzentriert sein mussten. Das ist der Urknall.

Kosmologie-2.png

Beobachtungshinweise

Die beschleunigte Ausdehnung des Universums

Die weitest entfernten Supernovae sind weiter entfernt als erwartet. Zur heutigen Zeit (seit ~0.6-0.7) dehnt sich das Universum beschleunigt aus.

Zeitliche Entwicklung des Universums

Der Lineal-Faktor a(t) beschreibt wie gross das Universum zu einem Zeitpunkt t ist im Vergleich zu heute a0=a(t0)=1. Wenn nun das Licht durch den expandierenden Raum reist, wird seine Wellenlänge gestreckt, das ist eine Rotverschiebung 1a(t)=1+z. Wenn das Universum früher halb so gross war (a=0.5), wurde das Licht zu uns um einen Faktor von 2 gestreckt (z=1).

Die Rate der Expansion kann durch die zeitabhängige Hubble-Konstante H(t)=a˙a ausgedrückt werden. Die tatsächliche Expansionsrate kann durch verschiedene Parameter beeinflusst werden.

H2=(a˙a)2=8πG3ρkc2a2+Λc23

Ein weiteres Konzept ist die kritische Dichte ρcrit, sie ist 0 (Annahme: Λ=k=0), wenn das Universum "flach" ist.

ρcrit=3H028πG

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